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  Warum Genossenschaft?

Die Grundidee einer Genossenschaft "Gemeinsam ist man stark"
(ein Bericht von Anke Wittkopp)

Gemeinsam sind wir stark – Grundgedanke einer jeden Genossenschaft ist es, dass sich Ziele gemeinsam besser erreichen lassen als im Alleingang. Gerade wenn es um wirtschaftliche Ziele geht, ist die Durchsetzungskraft des Einzelnen begrenzt, schließt man sich allerdings in Kooperationsformen zusammen, werden Selbstständigkeit und Gleichberechtigung oft eingeschränkt. Nicht so bei den Genossenschaften. Die Genossenschaftsidee und deren Grundprinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung soll jetzt sogar in die Liste des Immateriellen Kulturerbes des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden, da sie sich nachhaltig sozial, ethisch, wirtschaftlich und kulturell auswirke. Klingt nach einer sehr guten Idee... Nicht die Menge und die Verwertung des eingebrachten Kapitals, sondern das Individuum mit seinen Bedürfnissen ist entscheidend für die Geschäftstätigkeit der Genossenschaft. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist aber tatsächlich so. Grundsätzlich betreiben die Genossenschaftsmitglieder gemeinschaftlich ein Unternehmen, weil sich so günstigere Absatz- und Beschaffungskonditionen verhandeln lassen – wovon alle Mitglieder profitieren. Um Mitglied zu werden, muss man einen Geschäftsanteil zeichnen. Daraus resultiert das so genannte Identitätsprinzip, das eine Genossenschaft von allen anderen Formen der kooperativen Zusammenarbeit unterscheidet. Die Mitglieder sind zugleich Miteigentümer, Geschäftspartner und Kunden der Genossenschaft, also Träger und Nutzer der Genossenschaftsleistung. Anstatt Profit zu machen, steht für die Genossenschaften die Verpflichtung im Vordergrund, ihre Mitglieder zu fördern. Erstes Ziel ist es, den Mitgliedern preisgünstige Dienste anzubieten, daher wird der Überschuss nicht verteilt, sondern fließt wieder in die Verbilligung der Dienste. Auch das Stimmrecht bei Entscheidungen ist – anders als bei Aktien – unabhängig davon, wie viele Geschäftsanteile jemand gekauft hat. Ein Prinzip, das das Genossenschaftsmodell zum krassen Gegensatz der oft und zu recht kritisierten kapitalistischen Unternehmenslogik macht. People over profit wenn man so will. Weltweit sind mindestens 700 Millionen Mitglieder an Genossenschaften beteiligt, in Deutschland ganze 21,2 Millionen. Dabei gibt es außer den Volks- und Raiffeisenbanken Genossenschaften in den unterschiedlichsten Sektoren, unter anderem in der Landwirtschaft, im Handel und Dienstleistungsgewerbe sowie im Bereich der erneuerbaren Energien. Von rund 8.000 Genossenschaften in Deutschland sind circa 2.000 Wohnungsgenossenschaften, und hier wird besonders deutlich, warum das Genossenschaftsprinzip Sinn macht. Während allerorts über Gentrifizierung, Eigenbedarfskündigungen und horrende Mieterhöhungen geklagt wird, sorgen z.B. in Hannover die 18 Mitgliedsunternehmen des Vereins „Wohnungsbaugenossenschaften Hannover und Region e. V.“ für faire Mieten ohne Maklercourtage und Provisionen. Rund 37.000 Wohnungen verwaltet der Verein und garantiert den 100.000 Menschen, die darin wohnen, eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung. Soll heißen, der Wohnungsbestand wird entsprechend der Nachfrage angepasst und es wird ordentlich investiert: Derzeit werden diverse Neubauvorhaben mit 140 Wohneinheiten realisiert, weitere 110 sind noch dieses Jahr in Planung. Für Instandhaltungen und Modernisierungen haben die Genossenschaften im Jahr 2013 84,5 Mio. Euro ausgegeben, davon 23,2 Mio. für Klimaschutzmaßnahmen. Jede Genossenschaft hat ein breites Wohnungsangebot, so dass die Wohnungssuche erleichtert wird, und das zu erschwinglichen Mieten. Die Durchschnittsmieten pro Quadratmeter betrugen im Jahr 2013 in der Stadt 5,40 Euro und in der Region 4,80 Euro. Dickster Pluspunkt: Eine Genossenschaftswohnung ist sicher, weil sie vor Verkauf geschützt ist. Als Gemeinschaftseigentümer wohnt man so lange darin, wie man möchte, jedes Mitglied hat ein lebenslanges Wohnrecht. Fazit: Es klingt nicht nur nach einer guten Idee, Genossenschaften sind eine gute Idee. Mehr davon! • Anke Wittkopp



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